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Heinz Albers: Türkei-Impressionen Türkei-Rundreisen: Texte und Fotos von historisch oder touristisch bedeutenden Orten: Pergamon, Izmir, Kusadasi, Ephesos, Sirince, Priene, Milet, Didyma, Myra/Demre/Kekova, Perge, Dalyan/Kaunos, Hierapolis/Pamukkale, Selcuk, Antalya, Camlik, Troja Hier ist die Kurzübersicht: |
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Pergamon - Bergama Zankapfel Pergamonaltar Man ist sich einig darüber, dass ein Großteil der griechischen, türkischen und ägyptischen Kostbarkeiten, die in europäischen und amerikanischen Museen lagern, schlicht und ergreifend in dem Herkunftsland gestohlen oder mit fadenscheinigen Genehmigungen nicht autorisierter Stellen oder durch Bestechung und Schmuggel "erworben" worden sind. Zu diesen Exponaten zählt offenbar nicht der Zeus-Altar, der seit Ende des 19. Jahrhunderts als "Pergamon-Altar" in Berlin ist. Der Essener Carl Humann hatte die Bruchstücke entdeckt und sichergestellt. Die Bewohner Bergamas hatten nämlich den Marmor dazu benutzt, Straßen damit zu pflastern und Gebäude in ihrer Stadt daraus zu errichten. Teile des Marmors wurden sogar zerbrochen und gemahlen, um daraus Kalk herzustellen. Zur Fortsetzung und zu den Fotos von Pergamon |
Izmir/Smyrna/Smirni ein Trauma Izmir gehörte seit 1424 zum Osmanischen Reich und war zuvor unter dem Name Smirni griechisch. Die Türkei gehörte zu den Verlierern des 1. Weltkrieges. Das Land wurde politisch und geografisch zerschlagen. Der Süden wurde von den Italienern, der Osten von den Armeniern besetzt. Die Franzosen und Engländer konnten endlich darüber verfügen, was sie schon immer hatten haben wollen: den türkischen Teil Arabiens und des Orients mit seinen Reichtümern. Den Türken selbst blieb nur das Kernland um Ankara.Die Griechen erhielten die Stadt Smyrna (Izmir), die seit 500 Jahren türkisch war, zu treuhänderischer Verwaltung mit dem Ziel, nach fünf Jahren Anwesenheit über einen Volksentscheid die Einwohner bestimmen zu lassen, ob sie fortan dauerhaft zu Griechenland oder zur Türkei gehören möchten. Dann nahm die Katastrophe ihren Lauf. Zur Fortsetzung und zu den Fotos von Izmir |
Kusadasi - Kuşadası Touristenmetropole Die Stadt Kusadasi hat rund 60.000 Einwohner. In den Sommermonaten schnellt diese Zahl wegen des Tourismus auf über eine halbe Million hoch. Hinzu kommen noch Tagestouristen aus aller Welt, die mit Kreuzfahrtschiffen Kusadasi überschwemmen, sowie eine immens hohe Zahl an Dienstleistungskräften, die dafür sorgen, dass diese Stadt auf Hochtouren laufen kann. Die Stadt ist traditionell gut auf den Tourismus eingestellt, denn schon in den 1960er Jahren war Kusadasi als Urlaubsziel vor allem bei wohlhabenden Briten und Amerikanern sehr begehrt. Wer Kusadasi selbst besuchen möchte, findet zum Beispiel bei Zoover entsprechende Informationen und Angebote. Hafen und Hinterland (Ephesos!) sorgen für regelmäßige Touristenströme. Es gibt aber auch noch Ursprünglichkeit. Man muss nur danach suchen und sich wohl ganz in Richtung Süden oder aufs Land bequemen. Zur Fortsetzung und zu den Fotos von Kusadasi |
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Ephesos - Ephesus - Efes Im Altertum eine Weltstadt Es ist schon erstaunlich, dass Ephesos, eine Stadt mit einer derartigen Bedeutung und einst mit vermutlich 200.000 Einwohnern eine der größten Metropolen der Welt, von ihren Bewohnern aufgegeben und verlassen wird und innerhalb weniger Jahrhunderte verfallen und in Vergessenheit geraten kann. Der Philosoph Heraklit ("Der Krieg ist der Vater aller Dinge", lebte ca. 520 - 460 v. Chr.) stammt aus Ephesos. Er verfluchte die Epheser und forderte sie auf, sich Mann für Mann zu erhängen und den Kindern die Herrschaft zu überlassen (Luciano De Crescenzo). Vielleicht setzten seine Mitbürger Jahrhunderte später diese Aufforderung in die Tat um? Damals war Efes, wie die Türken diese Stadt nennen, eine Hafenstadt, heute ist die Küste sechs Kilometer entfernt. Was wir heute dort vorfinden ist einmalig. Zur Fortsetzung und zu den Fotos von Ephesos |
Şirince - Sirince Das Bergdorf Das in den Bergen gelegene Dorf Şirince ist vor allem wegen seiner Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert bekannt. In ihnen wohnten einst Griechen. Eine schmale, zweispurige Straße verbindet das in etwa 350 m Höhe liegende "Bergdorf" mit den Städten der Umgebung: 28 Kilometer beträgt die Entfernung von Kusadasi, etwa 8 Kilometer sind es von Selçuk und Ephesos. Von der engkurvigen Straße genießt der Beifahrer vielfach eine schöne Aussicht auf grüne Täler, die mit Olivenbäumen, Wein und Obstbäumen bewachsen sind. Für die Erhaltung der historischen "Griechenhäuser" wird viel getan. Es gibt aber auch einige beschädigte, unbewohnte Ruinen. Das Dorf steht unter Denkmalschutz, die Touristen haben den Ort erobert und er hat sich darauf eingestellt. Zur Fortsetzung und zu den Fotos von Sirince |
Priene Die Verlandung durch den Fluss Mäander Die klassische, archaische Bucht von Milet bestand nur bis zum 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Zur Zeit des Weisen Bias von Priene (* um 590 v. Chr., † um 530 v. Chr.) existierte die Meeresbucht noch so, wie es immer war. Vermutlich um 250 vor Chr. war Priene nicht mehr von Meer zu erreichen. Das selbe Schicksal ereilte das benachbarte Milet ab 800 nach Chr. Die Bucht wurde mit dem angeschwemmten Sand des Flusses Mäander förmlich zugeschüttet. Daraus folgte, dass die Region nach und nach vom Seeweg abgeschnitten wurde. Für die auf Seehandel ausgerichteten Städte war das eine Katastrophe und führte in der Regel zum wirtschaftlichen Niedergang. Noch heute führt der Fluss Menderes (Mäander) so viel Sedimente mit sich, dass die Küstenlinie auch zukünftig weiter gegen Westen verschoben werden wird. Zur Fortsetzung und zu den Fotos von Priene |
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Milet und die Wissenschaft Milet war bereits vor 6000 Jahren bewohnt. Aber erst nach der Besiedelung durch die Ionier im Jahre 1000 vor unserer Zeitrechnung wurde Milet zum Zentrum des Handels und zu einer der wichtigsten Städte der damaligen Welt. Milet gründete Kolonien am Schwarzen Meer und bis nach Ägypten; die französische Stadt Marseille ist eine Gründung von Milet. Der Reichtum der Stadt beruhte in erster Linie auf Handel. Der einzige Gott, der damals hier etwas zählte, war Gott Mammon. Wie die rechte Schwurhand ragte damals die Halbinsel Milet in das Ägäische Meer. Zwei große Häfen, einer unmittelbar am Theater, bot Platz für Schiffe aus allen Ländern der damaligen Welt. Der Fluss Mäander jedoch bewirkte durch das Heranführen von Sedimenten die Verlandung von Milets Häfen und der kompletten alten Küstenlinien. (Einzelheiten dazu siehe unter dem Artikel Priene.) Zur Fortsetzung und zu den Fotos von Milet |
Didyma und das Orakel Didyma, das heutige Didim, war eine antike Stadt mit einem bedeutenden Orakelheiligtum des Gottes Apollon. Noch heute zeugen die Reste des Apollon-Tempels mit seinen fast 20 m hohen Säulen von den gewaltigen Ausmaßen. Über 600 Jahre wurde an dem Tempel gebaut; fertig gestellt wurde er nie. Das Orakel befand sich im Didymäon. Didyma gehörte zum Stadtbezirk ("Polis") von Milet. Didyma konnte von Milet über See und über eine Prozessionsstraße erreicht werden. Die Legende berichtet, dass die Titanide Leto am Ort dieser Orakelstätte, einer Süßwasserquelle, ihre Zwillinge Artemis und Apollon von Zeus empfangen habe. Irgendwann erschien Gott Apollon einem einheimischen Hirten, dem er die Sehergabe verlieh. Später wurden dafür Priester von Milet eingesetzt. Das Orakel war keine Weissagung, kein Hellsehen, keine Magie. Es war ein Schwindel. Zur Fortsetzung und zu den Fotos von Didyma |
Myra - Demre - Kekova Der Nikolaus und die Felsengräber Erst seit 2005 führt die Stadt Demre diesen Namen; zuvor hieß sie Kale. Wen verwundert es, dass Myra, der historische Name für die Stadt, heute überall noch geläufig ist und bevorzugt wird? Myra/Demre verfügt über zwei großartige Ziele: die Nikolauskirche und die lykischen Felsengräber. Die Kirche des Nikolaus', dessen Namenstag die Christen zur Freude der Kinder am 6. Dezember feiern, besuchten wir zuerst. Wenn man bedenkt, dass der ganze Ort mitsamt der Kirche lange Zeit unter dem Schlamm des Flusses Demre verschüttet war, ist man schon dankbar, dieses gut restaurierte Ensemble sehen zu können. Weitere Höhepunkte in der Nachbarschaft sind die lykischen Felsengräber und die unbewohnte und teils versunkene Insel Kekova. Zur Fortsetzung und zu den Fotos von Myra usw. |
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Perge Historische Stadt bei Antalya Perge ist ein Ort, dessen erste Besiedlung auf dem Tafelberg vor etwa 6.000 Jahren statt fand. Unter wechselnden Herren (Hethiter, Griechen, Lykier, Perser, Makedonier, Römer und anderen) wuchs die Stadt heran. Ihre Blütezeit endete um etwa 400, als der Fluss Kestros versandete und der direkte Zugang zum Mittelmeer abgeschnitten war. Erdbeben und Araberangriffe suchten die Stadt heim und sorgten für die Zerstörung. Die Ruinen und Trümmerfelder sind überschaubar und gut beschildert. Vor allem die Zeugnisse aus der Zeit der Römer sind gut erhalten. Zur Fortsetzung und zu den Fotos von Perge |
Dalyan und Kaunos Felsengräber und Schildkröten Unsere Fahrt mit dem Boot begann in dem Ort Dalyan in der Provinz Muğla. Kurz nach dem Ablegen sahen wir auf der Steuerbordseite (rechts) die Felsengräber von Kaunos. Die Karier hatten sie im 4. Jh. vor unserer Zeitrechnung aus dem Stein geschlagen. Ziel dieser Menschen war, möglichst nah am Licht bestattet zu werden. Wie die Lykier verschmähten sie die Erd- oder Feuerbestattung. In Kaunos gibt es außerdem alte Siedlungsspuren (Theater, Ruinen einer Festung) zu sehen. Der Fluss Dalyan verbindet den Süßwassersee Köyceğiz mit dem Mittelmeer. Und dort ist der Iztuzu-Strand, ein Refugium für die "Unechte Karettschildkröte", die jährlich aus dem Meer kommend im Sand des Strandes ihre Eier vergräbt. Der Mensch ist nur geduldeter Gast an dem weiten Strand. Zur Fortsetzung und zu den Fotos von Dalyan |
Hierapolis und Pamukkale Weltkulturerbe Hierapolis ist der Name der antiken Stadt, die sich oberhalb der Kalkstein-Sinterterrassen befindet. Schon in der Antike waren die heilenden Quellen den Griechen bekannt, und Hierapolis entwickelte sich zu einem Kurort. Später zog es auch die Römer dort hin. 1334 wurde die Stadt durch ein Erdbeben völlig zerstört. Das Theater aus dem 2. Jhd., Stadtmauern und zahlreiche Nekrologe sind die am besten erhaltenen historischen Bauten. Der Apostel Philippus soll dort begraben sein. Der moderne Ort direkt unterhalb der Terrassen nennt sich Pamukkale. Die etwa 2.200 Bewohner, sie leben überwiegend vom Tourismus, verwalten erfolgreich das Weltkulturerbe Pamukkales. Zur Fortsetzung und den Fotos von Pamukkale |
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Selcuk - Selçuk Ort in Nachbarschaft von Ephesos Großartige Sehenswürdigkeiten hat der kleine Ort zu bieten: Die Isabey-Moschee aus dem 14. Jahrhundert, die nebenan stehende historisch mindestens ebenso bedeutende Johanneskirche, die im 6. Jahrhundert angeblich über dem Grab des Apostels Johannes errichtet wurde, das Efes-Museum mit Fundstücken aus dem benachbarten Ephesos und den traurigen Rest vom antiken Weltwunder Artemistempel. Dies alles wird überragt von der Zitadelle aus dem 6. Jahrhundert. Das ist ein wahrhaft spektakuläres Ensemble auf kleinstem Raum! Hinzu kommt noch, dass die erste Ansiedlung von Ephesos in Selcuk lag. Zur Fortsetzung und zu den Fotos von Selcuk |
Antalya Millionenstadt an der Traumküste Obwohl wir uns nur ein paar Stunden in Antalya aufgehalten hatten, fiel uns die Wahl nach Ausflugszielen in der Stadt nicht schwer. Die Stadt verfügt nur über wenige historische Sehenswürdigkeiten. So verbrachten wir die Stunden in der renovierten "Altstadt", in der Nähe des kleinen Yachthafens und am Atatürk Boulevard, der Hauptstraße Antalyas. Natürlich durfte auch der Basar mit seinem sagenhaften Angebot imitierter Markenartikel in unseren Betrachtungen nicht fehlen. Wer dort kauft, muss kräftig handeln und darauf gefasst sein, bei seiner Einreise in Deutschland vom Zoll gefasst und entsprechend behandelt zu werden. Zur Fortsetzung und zu den Fotos von Antalya |
Camlik - Çamlık Eisenbahnmuseum bei Kusadasi Die größte Dampflok-Sammlung in der Türkei befindet sich seit 1991 in Çamlık. Der Ort liegt etwa 20 km östlich von Kuşadası. Das Çamlık-Museum bietet eine sehr gute Sammlung der wichtigsten Dampfloks der TCDD, die nach dem 2. Weltkrieg noch in Betrieb waren. Mehr als 30 Dampflokomotiven - der überwiegende Teil stammt aus deutscher Produktion - sind hier ausgestellt. Leider gibt es keine Diesel- oder Elektroloks. Ein paar Reisezug- und Güterwagen, teils noch aus dem Bestand der Feldbahn der Bagdad-Bahn, ergänzen die sehenswerte Ausstellung. Betriebsfähig sind die Lokomotiven kaum, denn im Innern fehlen viele Instrumente; offenbar sind sie von seltsamen "Eisenbahnfreunden" versouvenirt worden. Wer einmal Lokführer spielen möchte, der sollte einen Tag Strand Strand sein lassen und in Camlik sich seinen Traum erfüllen. Zur Fortsetzung und zu den Fotos von Camlik |
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Troja Wiege der europäischen Schriftkultur Die europäische Literaturgeschichte hat ihren Ursprung in den 15.693 Versen der "Ilias". Durch dieses mehr als zweieinhalb Jahrtausende alte Werk des Dichters Homer erlangte die Ortschaft Troja ihren Weltruhm. Wer heute als Laie Troja besucht, wird möglicherweise enttäuscht sein. Die archäologischen Fundstätten breiten sich keinesfalls üppig aus; nicht so wie beispielsweise in Ephesos, Pergamon oder Didyma. Vergleichsweise gering und auch nur schwer einschätzbar sind die Überreste aus längst vergangener Zeit. Eine theoretische Vorbereitung hilft bei der Orientierung und bei der Würdigung der Spuren der Geschichte. Es gibt an den wichtigsten Grabungsstätten mehrsprachige Hinweistafeln mit eingehenden Informationen, die auch etwas weiterhelfen. Das Goethe-Zitat: „Man sieht nur, was man weiß“, trifft hier besonders zu. Zur Fortsetzung und zu den Fotos von Troja. |
Türkei-Reise vor 50 Jahren - mit Zug und Bus nach Kusadasi Sind Sie jemals mit dem Zug in die Türkei gefahren? Genau 7.000 Kilometer hin und zurück mit Bahn und Bus bis zu einem kleinen Hotel im Süden von Kuşadası? Nein? Damals, 1966, war es noch etwas exotisch, eine Reise in die Türkei zu planen. Es gab hier zwar schon etliche türkische Gastarbeiter, der Deutsche machte sich als Tourist in der Türkei jedoch noch ziemlich rar. Das Land war für die meisten zu weit weg, zu fremdartig. Es galt als scheinbar unterentwickelt und hatte eine völlig andersartige Sprache und Kultur, war bestimmt heidnisch und sicher bei der nächsten Beichte zu erwähnen. Und den Bürger schreckte immer noch der Goethe-Text: „Wenn hinten, weit, in der Türkei, die Völker aufeinander schlagen...“. Nein! Hier ist die Fortsetzung des 9-teiligen Berichts. |
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Trojanische Krieg fand nicht statt ©2012 Heinz Albers |
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